Italiens Gefängnisse am Limit: Bernardini fordert eine deutliche Senkung der Gefangenenzahl

„Ich kämpfe nicht für den prominenten Gefangenen, sondern für die Wahrung der Rechtsstaatlichkeit auch gegenüber dem unbekannten Gefangenen – für die Lebendigkeit des Rechts im Dienste des Rechts auf Leben.“
Marco Pannella

Die Präsidentin von Nessuno Tocchi Caino (Hands Off Cain), Rita Bernardini, erneuert ihren Appell an die Regierung: Ohne eine spürbare Reduzierung der Zahl der Gefangenen sei die Krise der italienischen Gefängnisse nicht zu bewältigen. Ihre Forderung trifft auf eine Realität, die neue Zahlen des Vereins Antigone in aller Deutlichkeit belegen.

Zwei Gründe für eine Reduzierung

Bernardini, seit Jahren eine der bekanntesten Stimmen im Kampf für die Rechte von Gefangenen in Italien, begründet ihre Position mit zwei Argumenten. Zum einen würde eine geringere Zahl an Häftlingen mehr Raum für zwischenmenschliche Begegnungen schaffen, etwa für Besuche von Angehörigen. Zum anderen könnte sich das Personal dann um deutlich weniger Insassen kümmern. Schon heute sei es kaum möglich, Resozialisierungsangebote, Gespräche und Videoanrufe in ausreichendem Umfang zu organisieren, so ihre wiederholte Kritik an der Praxis der italienischen Justizverwaltung.

Für Bernardini ist das Gefängnis eine „totale Institution”, in der der Alltag vollständig von der Verwaltung bestimmt wird. Wer ins Gefängnis kommt, gerate in einen Zustand der Verzweiflung. Das Einzelschicksal des Gefangenen hängt völlig von der Verantwortung des Staates ab. Diese Verantwortung, so ihre wiederkehrende Mahnung, wird ihrer Ansicht nach seit Jahren nicht ernst genug genommen.

Die aktuellen Zahlen

„Nie auch nur einen Moment die Aufmerksamkeit
vom Gefängnis abwenden!“
Marco Pannella

Wie akut die Lage ist, zeigen die jüngsten Erhebungen von Nessuno Tocchi Caino selbst: Zum 28. Juli 2026 zählte man in den 189 italienischen Justizvollzugsanstalten 64.741 Gefangene, während offiziell nur rund 51.220 Plätze vorgesehen sind. Zieht man davon etwa 4.877 unbenutzbare Plätze ab, fehlen landesweit Kapazitäten für über 18.398 Personen. Die durchschnittliche Belegungsquote liegt damit bei rund 139 Prozent. Hinzu kommt ein eklatanter Personalmangel: Der Vollzugspolizei fehlen etwa 15 Prozent der vorgesehenen Stellen. Bei den pädagogischen Fachkräften im Strafvollzug sind es rund 900 von knapp 1.040 geplanten Stellen besetzt, und auch in der Verwaltung fehlt etwa ein Fünftel des Personals.

Der Antigone-Bericht: eine Sommer-Bilanz der Extreme

„Wir brauchen keine weiteren Gefängnisse,
sondern weniger Gefangene.“
Marco Pannella

Diese Zahlen decken sich mit dem Halbjahresbericht der Menschenrechtsorganisation Antigone, der Mitte 2026 veröffentlicht wurde und den Titel „Der Sommer in Italiens Gefängnissen zwischen Überbelegung und Notlagen” trägt. Demnach saßen am 28. Juli 2026 landesweit 64.741 Menschen ein, bei nur 46.343 tatsächlich verfügbaren Plätzen. Das entspricht einer realen Überbelegungsrate von 139,7 Prozent, dem höchsten Wert seit 2013, also seit dem Jahr, in dem Italien vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen unmenschlicher und erniedrigender Behandlung verurteilt wurde.

Besonders betroffen sind einzelne Regionen: In Apulien liegt die Belegungsquote bei 180,4 Prozent, in Molise bei 165,9 Prozent, in der Basilikata bei 162,5 Prozent und in der Lombardei bei 157,9 Prozent. In sechs Anstalten sitzen mehr als doppelt so viele Menschen ein wie Plätze vorhanden sind. In 44 Prozent der von Antigone in den vergangenen zwölf Monaten besuchten Justizvollzugsanstalten – konkret in 32 von 72 Einrichtungen – gibt es Zellen, in denen weniger als drei Quadratmeter begehbare Fläche pro Person zur Verfügung stehen, also unterhalb der Mindestgrenze. Damit wird der von der europäischen Rechtsprechung herangezogene Mindestwert unterschritten.

Antigone beschreibt den Sommer in den Zellen als eine Erfahrung an der Grenze des Erträglichen. Mehr als 60 Prozent der Gefangenen unterliegen dem Regime des „geschlossenen Vollzugs“ und verbringen den größten Teil des Tages in überfüllten Zellen. Bei Außentemperaturen von über 40 Grad verschärft sich die Situation zusätzlich. In manchen Einrichtungen verhindern vergitterte oder blockierte Fenster den Luftaustausch. Ventilatoren fehlen vielerorts; gerade mittellose Gefangene können sie sich nicht leisten. Kühlschränke wiederum sind seit einer Anweisung der Strafvollzugsverwaltung vom 23. April 2026 in den Zellen und auf den Fluren verboten und nur noch in Gemeinschaftsräumen erlaubt. Kleine Kühlschränke beziehungsweise Minibars sind von dieser Regelung nicht erfasst.

Die menschlichen Folgen sind gravierend. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 haben sich laut Antigone mindestens 38 Gefangene das Leben genommen, die Hälfte davon ausländischer Herkunft. Auch die Zahl der Selbstverletzungen ist gestiegen, auf durchschnittlich 26,5 Fälle pro 100 Gefangene, gegenüber 22,3 im Vorjahr. Fast jeder zehnte Gefangene hat 2026 die Diagnose einer schweren psychiatrischen Erkrankung erhalten.

Antigone-Präsident Patrizio Gonnella führt die Entwicklung auf eine Politik zurück, die fortlaufend neue Straftatbestände schafft und Strafen verschärft, während alternative Maßnahmen zur Haft im ersten Halbjahr 2026 sogar um 7 Prozent zurückgegangen seien.

Ein Staat unter Beobachtung


„Ja, die Todesstrafe muss abgeschafft werden, aber auch der Tod durch Strafe muss abgeschafft werden – und dafür kämpfen wir.”
Marco Pannella

Bernardini und Antigone zeichnen mit unterschiedlichen Mitteln, aber übereinstimmenden Zahlen dasselbe Bild: ein Strafvollzugssystem, das strukturell an seine Grenzen gestoßen ist. Nessuno Tocchi Caino setzt seine Gefängnisbesuche im August und September fort, unter anderem in Rom, Parma, Reggio Emilia und mehreren Einrichtungen in Friaul-Julisch Venetien, bevor im September die Anstalten Apuliens folgen sollen. Ob daraus politische Konsequenzen erwachsen, bleibt vorerst offen. Die Zahlen jedenfalls sprechen für sich.

Carne rossa e diabete: un nuovo studio conferma quello che sappiamo già da anni

Un nuovo studio pubblicato sul British Journal of Nutrition aggiunge un altro tassello, pesante, al quadro che la ricerca scientifica disegna ormai da tempo sul consumo di carne rossa. I ricercatori hanno analizzato i dati di 34.737 adulti statunitensi raccolti nell’ambito del NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey) tra il 2003 e il 2016, e il risultato non lascia molto spazio all’ambiguità: chi consuma più carne rossa, trasformata o non trasformata, ha probabilità significativamente più alte di sviluppare diabete rispetto a chi ne consuma meno.

I numeri

Dopo aver corretto i dati per i principali (età, stile di vita, condizione socioeconomica, altre abitudini alimentari), chi si trovava nel quintile più alto di consumo di carne rossa totale aveva una probabilità di diabete superiore del 49% rispetto a chi si trovava nel quintile più basso. Per la carne rossa trasformata, salumi e insaccati in testa, l’aumento era del 47%. Anche la carne rossa non trasformata, quella che spesso consideriamo “più sana”, mostrava comunque un aumento del 24%. In tutti e tre i casi la tendenza era statisticamente solida, con valori di significatività molto bassi.

Ma lo studio non si limita a fotografare il problema: propone anche una via d’uscita. Sostituire anche una sola porzione al giorno di carne rossa con proteine vegetali, legumi, semi, frutta secca, soia, è associato a una riduzione del 9-14% del rischio di diabete. Un piccolo cambiamento quotidiano, un beneficio misurabile.

Non è un caso isolato

Chi segue la letteratura scientifica sa che questo studio non arriva dal nulla. Si inserisce in un filone di ricerca ormai vasto e coerente che lega il consumo di carne rossa, soprattutto quella trasformata, a un aumento del rischio di malattie cardiovascolari, di alcuni tumori e di mortalità precoce. Va detto con onestà che si tratta di uno studio osservazionale trasversale: mostra un’associazione, non dimostra da solo un rapporto di causa diretto. Ma quando la stessa associazione emerge in decine di studi indipendenti, condotti su popolazioni diverse, con metodologie diverse, il quadro diventa difficile da ignorare.

Il prezzo che paghiamo noi e il pianeta

Se la salute umana fosse l’unico problema, sarebbe già abbastanza. Ma il consumo di carne rossa su scala industriale ha un costo che va ben oltre il nostro girovita e la nostra glicemia. L’allevamento intensivo è tra le principali fonti di emissioni di gas serra a livello globale, consuma quantità enormi di acqua e di terreno, spesso strappato a foreste e habitat naturali, e contribuisce in modo diretto alla perdita di biodiversità. Ogni bistecca porta con sé un’impronta ambientale che nessuna etichetta racconta davvero.

E poi c’è la questione, troppo spesso rimossa, degli animali stessi. Miliardi di esseri senzienti vivono (meglio dire sopravvivono) e muoiono ogni anno negli allevamenti intensivi in condizioni che, se applicate a un cane o un gatto, susciterebbero un’indignazione collettiva. Il fatto che la specie coinvolta sia diversa non rende la sofferenza meno reale. Proprio questa distinzione che viene fatta ormai ha un nome ovvero specismo.

Cosa possiamo fare, da Berlino

Se non si riesce a “rinunaciare” da un giorno all’altro alla carne, possiamo almeno ridurre gradualmente il suo consumo sostituendola con legumi, cereali integrali, frutta secca e proteine vegetali; è un gesto concreto, alla portata di tutti, che unisce beneficio personale, responsabilità ambientale e rispetto per gli animali. Berlino, tra l’altro, è una delle città europee più ricche di alternative vegetali e sostenibili: mercati biologici, negozi, supermercati vegani, nonché numerosissimi e ottimi ristoranti. Le occasioni per iniziare non mancano.

Inoltre, per gli italofoni vegani e vegetariani a Berlino abbiamo creato anche un gruppo WhatsApp ad hoc col qule ci proponiamo di fare networking tra noi vegani. Speriamo quindi di vedervi presto.

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Quanto gettito aggiuntivo genererebbe per lo Stato un eventuale allineamento dell’imposta di successione alla media europea?

In realtà non esiste una stima unica, poiché il risultato dipende molto da come si intende allineare l’imposta (aliquote, franchigie, scaglioni). Ecco i numeri principali emersi dagli studi più seriosi.

Il punto di partenza
Il gettito attuale dell’imposta di successione italiana è imbarazzantemente modesto: solo 1.043 milioni di euro nel 2022, pari allo 0,05% del Pil e allo 0,18% delle entrate totali. È tra i più bassi d’Europa, perché l’aliquota italiana oscilla tra il 4% e l’8%, contro il 7% e il 50% della Germania o lo 0% e il 34% della Spagna.

Le stime di aumento del gettito

  • Un semplice riallineamento delle aliquote ai livelli europei, secondo un’analisi de lavoce.info, porterebbe un gettito aggiuntivo di circa 3,5 miliardi di euro.
  • Uno studio più recente degli stessi autori, che simula l’applicazione del sistema francese mantenendo le franchigie attuali, stima un gettito di circa 6,5 miliardi nel 2024, che sale a 7 miliardi se la franchigia viene abbassata a 700.000 euro. Nel tempo la cifra crescerebbe ulteriormente, fino a 10 miliardi nel 2045 (o 11 miliardi con franchigia più bassa).
  • Una proposta alternativa esaminata nello stesso studio, con aliquota fissa al 20% oltre la franchigia di un milione di euro e base imponibile rivalutata come per l’Imu, produrrebbe risultati simili nel lungo periodo. Lavoce.info
  • Una proposta politica più recente (depositata in Senato) ipotizza scaglioni all’8% fino a 500.000 euro e al 15% oltre il milione: qui le stime sono molto più ampie, tra 26 e 60 miliardi se si allarga anche la platea dei contribuenti (200.000-500.000 soggetti), oppure tra 5,5 e 8 miliardi se si considera solo la rimodulazione dell’aliquota.

In sintesi
Se si intende un adeguamento “puro” delle aliquote alla media europea, le stime più solide indicano un gettito con ordine di grandezza tra 3,5 e 7 miliardi di euro l’anno nel breve periodo, con crescita fino a 10-11 miliardi entro il 2045. Se invece la riforma tocca anche le franchigie — oggi altissime, un milione di euro a beneficiario, la più generosa d’Europa — o allarga la platea dei contribuenti, il gettito potenziale sale molto di più, fino alle decine di miliardi ipotizzate nelle proposte politiche più “aggressive”.

Confronto visivo tra le diverse ipotesi di gettito?

Il grafico mette in fila gli scenari dal più prudente al più ambizioso: si parte da poco più di 1 miliardo oggi e si arriva a decine di miliardi solo se, oltre alle aliquote, si allarga anche la platea dei contribuenti mettendo mano proprio alle franchigie, che risultano essere inspiegabilmente tra le più alte d’Europa.

La lezione di fondo è che l’aliquota da sola conta relativamente poco: il vero moltiplicatore del gettito è la franchigia di un milione di euro, che oggi esclude la stragrande maggioranza delle successioni italiane dalla tassazione.